Apocalypse Now oder KAIN und ABEL

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Zwei Seelen wohnen lebenslang
in mir, in meinem Herzen.
Doch manchmal wird mir Angst und Bang,
bereitet mir viel Schmerzen!
Denn Kain, der eine, immer will
nur haben, haben, wagen.
Je mehr er hat, je mehr er will,
nie schweigen seine Klagen!
Doch Abel, klug, bescheiden, schlicht,
will Raubbau stets vermeiden,
will lieben der Natur Gesicht,
an ihr die Augen weiden.
Für ihn hat noch das Wort Gewicht,
dass Leben weiter werde:
Die Erde braucht den Menschen nicht,
der Mensch jedoch die Erde!

Doch Kain, er lässt mir keine Ruh´,
will zum Erfolg mich treiben.
Er hält sich beide Ohren zu,
will nicht bescheiden bleiben.
Er produziert und produziert,
verspricht mir goldene Zeiten,
gerät in Trance und phantasiert,
will sel bst den Teufel reiten.
Nichts ist ihm hoch, schnell, weit genug,
wills immer besser können.
Naturgesetze sind "Betrug"
für ihn und all sein Rennen.
Er scheut nicht dieses hart´Gericht,
höhnt, dass es nicht so werde:
Die Erde braucht den Menschen nicht,
der Mensch jedoch die Erde!

Und wie so oft in dieser Welt,
besiegt der Kain den abel.
Hat nichts gelernt was man erzählt,
vom Turmbau einst in Babel.
Zurück bleibt weiter nichts als Müll,
für tausende von Jahren!
Wird töten uns´rer Kinder viel
mit all seinen Gefahren.
Vorbei sind Prasserei und Lust,
vieltausendstimm´ges Klagen
bejammert dann des Lebens Frust,
und Kain ist am verzagen.
So hat erfüllt sich das Gericht,
dass Leben nicht mehr werde:
Die Erde braucht den Menschen nicht,
der Mensch jedoch die Erde!

Macht Untertan euch diese Erde,
so hieß es einst vor langer Zeit,
dass daraus Leben für euch werde
sie ist nur allzu gern bereit.
Doch ausgenutzt habt ihr sie bald,
nicht ihr Gesetz geachtet,
ihr seht es heut´an eurem Wald,
habt bald ihn hingeschlachtet.
Kehrt um, besinnt euch, werdet Abel,
noch ist es Zeit und Möglichkeit,
baut keinen "Turm" mehr wie in Babel,
besinnt euch eurer Fähigkeit.
Sonst wird es wahr, das groß´Gericht,
dass nie mehr Menschen werden:
Die Erde braucht die menschen nicht,
der Mensch jedoch die Erde!

mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung 
des Autors Heinz-Dieter Feldmann 
(Nov. 1988 in Spektrum der Wissenschaft)